Ein wunderbarer und erfolgreicher Tag im Saxdorfer Garten

Ehrlich gesagt, anfangs waren wir recht skeptisch. Haben wir Aufgaben für einen großen Arbeitseinsatz mit knapp 30 Freiwilligen im Garten? Können wir das so koordinieren, dass wir im Garten etwas bewegen können, ohne all zu viel Schaden in unserem wertvollen Pflanzenbestand zu verzeichnen? Und schafft man in gut drei Stunden Arbeitszeit überhaupt Nennenswertes? Nun sind wir mehr als begeistert von unserem Parkseminar! Wir konnten zwei Bereiche grundlegend aber doch behutsam umgestalten. Wir konnten eine echte Plackerei erledigen, die Pergola für einen Anstrich von einem Dornröschengestrüpp befreien und nebenbei gelang ganz viel Pflege, unsere Bambushaine sind lichter, Beete wurden von Efeu und anderen Unkräutern befreit sowie fast 2000 Frühblüher gepflanzt. Und einziger Kollateralschaden ist ein zerbrochener Blumentopf.

Wir sind also mehr als glücklich und mindestens ebenso glücklich waren unsere Teilnehmer! Die Mischung aus Vortrag, Gartenführung, Arbeit im Garten und Konzert erwies sich als sehr gelungen. Unser ganz großer Dank geht an das Team der Lausitziade für die Organisation und Finanzierung! Nicht minder zum Gelingen trug das Burgwall-Café aus Kosilenzien bei, das uns mit Suppen, Salaten, Kuchen sowie Getränken versorgte. Und schließlich setzte das Herren-Quartett „Walhalla zum Seidlwirt“ noch einen wunderbaren Glanzpunkt in der Dorfkirche. Unser größter Dank geht aber an die Mitwirkenden im Garten, unsere Freiwilligen, die Großes geleistet haben!

Mit unserem Staudenworkshop im August haben wir die Grundlagen legen können und waren gut vorbereitet. Es war klar, welche Beete wie umgestaltet werden, welche Pflanzen raus und welche rein kommen. Deshalb war es auch naheliegend, dass wir mit Vortrag und Rundgang den Rahmen für die gärtnerische Arbeit aufgezeigt haben. Unser Chefgärtner Franz Heitzendorfer zeigte mit beeindruckenden Bildern nicht nur den Saxdorfer Garten im Lauf der Jahreszeit sondern auch Handlungsbedarfe. Darauf konnte Jörg Schuster aufbauen, der bei einem Rundgang Handlungsbedarfe und Lösungsansätze vor Ort plastisch aufzeigen konnte.

Recht kurzfristig fiel die Entscheidung, ein großes Beet entlang der Straße umzugestalten und genauso kurzfristig konnte Peter Manig aus seinem Bestand Stauden beisteuern. Unter zielstrebiger und konsequenter Anleitung der Gärtnermeisterin Yvonne Kliffmann aus Cottbus unterstützt von Franz Heitzendorfer kamen Wucherstauden raus, Wertvolles wurde gesichert, Rosen und Gehölze wurden zurückgenommen, Neues kam rein. Die Teilnehmerinnen waren begeistert: „Ich habe bisher nur im Fernsehen gesehen, wie Stauden vor dem Pflanzen ausgestellt werden und jetzt kann ich sowas mal selbst machen!“ Das Beet ergänzen nun niedrige Katzenminzen und Gipskräuter, Berglauch, hohe und niedrige Blausterne, Astern, (zahme) Goldruten, Staudensonnenblumen sowie Pfeifengras. Im Frühjahr werden uns dort etwa 300 Krokusse in leuchtendem Gelb begrüßen und ab dem Sommer bis in den Herbst erwartet uns dann eine tolle Staudenmischung. Damit haben wir den Auftakt gesetzt für einen noch auszubauenden langen Staudenstreifen, wie wir ihn aus englischen Gärten kennen (Long Boarder), der diesen langgezogenen Gartenbereich entlang der Straße prägen soll. Ganz nebenbei haben Einige aus der Staudengruppe angrenzende Beete gepflegt, etwa Efeusämlinge und anderes Unkraut gejätet sowie 750 Narzissen „Jetfire“ an der Böschung des Bewässerungsgrabens am Gartenrand gepflanzt. Diese werden im Frühjahr alle Vorbeifahrenden erfreuen und darauf hinweisen, dass es in Saxdorf einen schönen Garten gibt.

Von der Arbeit des Teams „Lichte Bambushaine gestalten“ unter Leitung von Jörg Schuster sieht man vor allem einen riesigen Haufen Bambusstangen vor dem Tor. Die gepflegten Bambushaine präsentieren sich nun schön licht, aber im besten Sinne gärtnerischer Arbeit sieht man kaum Spuren des Eingriffs. Dank einer Heldin am Häcksler und vielen Helfern an der Schere konnten die Bambusstangen vom Laub befreit werden, welches nun wertvollen Kompost liefert. Und viele der Bambusstangen gingen als sehr beliebtes Mitbringsel auf die Reise mit den Teilnehmern des Workshops. Was noch übrig ist, kann von Besuchern mitgenommen werden – eine kleine Spende ist willkommen.

Das Team „Gehölze schneiden“ hinterließ hingegen deutlich sichtbare Veränderungen. Das Beet am Engel wurde von wucherndem Flieder, Gehölzsämlingen und sich ausbreitenden Gräsern befreit, weitere Gehölze wurden reduziert und sichtbar wurde ein Beet voller Lenzrosen, welche nun mit mehr Licht wieder besser gedeihen und im Frühjahr auch bewundert werden können. Die verbleibenden Gehölze, etwa der Perückenstrauch, sind nun klar abgegrenzt und setzen Akzente. Fehlende Einblicke in die Beete, Verschattung und das Durcheinander vieler Gehölze und Stauden waren ja ein Teil der Probleme, die beim Staudenworkshop identifiziert wurden. Und genau das konnte in diesem Beet beispielhaft korrigiert werden. Was dort geschafft wurde, erkennt man auch an dem riesigen Haufen Grünschnitt, der nun vor dem Garten liegt.

Richtig heroisch war die Arbeit des Teams „Pergola“. Um die Pergola am Musikpavillon für eine Erneuerung des Schutzanstrichs freizulegen, mussten etliche alte und inzwischen sehr große Rosen abgeschnitten, entwirrt und entfernt sowie zum Sammelplatz transportiert werden. Das war nicht nur Schweiß treibend, auch der eine oder andere blutige Kratzer zeichnete die Kämpfer am Dornröschenschloß aus! Der Anblick der luftigen Pergola ist gewöhnungsbedürftig, das wächst sich aber rasch wieder aus und in zwei Jahren werden die Rosen dort wieder herrlich blühen.

Am Ende haben alle Teilnehmer etwas gelernt – ganz im Sinne eines (Park-)Seminars! Wir blickten in viele zufriedene Gesichter und bekamen viel positives Feedback von den Teilnehmern. Besonders freuen wir uns, dass Viele uns zusicherten, auch künftig in Saxdorf mitwirken zu wollen, sei es als Beet-Pate, für Wochenenddienste oder bei weiteren Arbeitseinsätzen. Wir hoffen, dass wir Kontaktdaten aller Interessierten erfassen konnten – wenn nicht, kommen Sie gern auf uns zu. Bei Einigen erwies sich leider die hinterlassene E-Mail-Adresse als schwer zu entziffern. Wer als Interessierter bis zum Monatsende keine Mail bekommen hat, schreibt bitte gern an kontakt@saxdorf.de mit dem Betreff Parkseminar.

Für die vielen schönen Fotos danken wir Heike Beck.