Eine beeindruckende Zahl an Staudenexperten war unserer Einladung gefolgt und zum Workshop „Saxdorfer Gartengespräch – wie weiter mit den Stauden in Saxdorf“ am 8. August nach Saxdorf gekommen. Besonders stark vertreten war die Gesellschaft der Staudenfreunde mit Vertretern mehrerer Regionalgruppen. Zugleich waren auch etliche Experten vor Ort, die den Garten seit vielen Jahren kennen und begleiten. Und so ergab sich eine spannende Mischung mit frischem Blick von außen und den Erinnerungen an frühere Staudenpflanzungen in Saxdorf, die es teils so nicht mehr gibt.


Den entscheidenden Satz prägte einer der Teilnehmer, seines Zeichens Gärtnermeister in einem botanischen Garten gleich zum Beginn des gemeinsamen Rundgangs „Alles was wir hier diskutieren ist nur das Sahnehäubchen“. Denn zum Glück ist der Garten noch immer in sehr gutem Zustand, was uns viele Besucher auch bestätigen. Diese Aussage aus berufenem Munde hat unseren Gärtner Franz Heitzendorfer sichtlich stolz gemacht. Aber gerade diejenigen, die den Garten kennen, sehen Verarmung im Staudenbereich, verursacht durch Schattierung, Wurzeldruck, Trockenheit, aber auch durch sich stark versamende Stauden, die plötzlich überall sind. Auch Strukturen gehen im Garten allmählich verloren, statt prägender Silhouetten präsentiert sich an einigen Stellen eine grüne Wand. Begrenzte Pflegekapazitäten spielen dabei eine große Rolle.
Und so kam die Diskussion schnell auf den Punkt, in welchen Bereichen muss man wie eingreifen, wo müssen Gehölze lichter geschnitten werden, welche Stauden müssen massiv entfernt werden und vor allem, welche Arten und Sorten sind geeignet, die Lücken zu füllen. In vier Gruppen machten sich die Teilnehmer an die Arbeit und schauten sich Teile des Gartens genau an. Vorschläge wurden gleich in Plänen eingetragen und bei einem anschließenden gemeinsamen Rundgang vorgestellt und diskutiert. Dieses Vorgehen war äußerst effektiv und so haben wir jetzt für viele Beete sehr konkrete Ideen für Handlungsempfehlungen und Listen für neue Pflanzen, insgesamt liegen jetzt um die 40 solcher Vorschläge vor. Dabei geht es nicht nur um Blüten, auch schöne Blattstauden können mit Formen und Farben Struktur in die Beete bringen, vor allem in den schattigen Bereichen.



Interessant war für uns eine wichtige Erkenntnis aus der Diskussion, dass wir mehr loslassen müssen. In einem Garten mit mehr als 500 Rosen müssen wir nicht mehr jeden Rosensämling hochpäppeln, sondern auch mal was entfernen. Gleiches gilt für manches in die Jahre gekommene oder sich massiv ausbreitende Gehölz. Zu bewahren ist die Idee des Gartens, das Konzept der Gartenräume, die überbordende Fülle – aber eben nicht jede einzelne Pflanze. Und so kann auch Raum für Neues entstehen und genau das hat ja auch der Schöpfer des Gartens, Peter Bethke, über Jahrzehnte immer wieder gemacht – wenn ihm ein Bereich nicht mehr gefiel wurde sehr beherzt umgestaltet. Und dafür haben wir jetzt ganz viele tolle Ideen!



Offen ist noch der Weg zur Umsetzung. Wir hoffen natürlich, dass aus dem Kreis der Teilnehmer Einige dran bleiben und uns weiter unterstützen. Es gibt darüber hinaus viele Ideen, vom Einsatz von Praktikanten bis hin zu Beetpatenschaften. Wir müssen nun erst mal priorisieren, mit Unterstützung der Teilnehmer Pflanzen vermehren und dann gibt es hoffentlich nächsten Herbst eine weitere Runde, wo es dann in einigen Beeten konkret wird! Wer immer uns dabei unterstützen will – ist herzlich willkommen!
Kurzfristige Gelegenheit zum Mitwirken bietet unser Parkseminar am 19.9. (Anmeldung erforderlich, siehe Webseite).
Abschließend noch mal ganz großen Dank Allen für die Teilnahme, die guten Diskussionen und die vielen wertvollen Ideen sowie der Gesellschaft der Staudenfreunde für die Unterstützung bei der Vorbereitung!